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Re: Fanclubversammlung Mai/Juni 2012
(15.06.2012 10:02), von Suhler91
 

Crunch Time kurz vor Mitternacht

Autor: Joschik, Mittwoch, 2. Oktober 2013

Ja – es war der emotionale Höhepunkt des erstmals ausgetragenen „Freies Wort Cup“, als kurz nach 23 Uhr die Teams der VolleyStars Thüringen und des Schweriner SC zum spielentscheidenden Tiebreak aufs Feld kamen. Immer noch harrten ca. 500 Zuschauer aus und machten auch gehörig Stimmung in der Halle, besonders nachdem unser Team den zwischenzeitlichen 2:4-Rückstand einfach wegsteckte und eindeutig spielbestimmend wurde. Am Ende hieß es dann 15:9 und damit 3-2 für die Mädels um Zuspielerin Mareike Hindriksen. Es war 23.19 Uhr und es war ein Rekord aufgestellt worden in der Suhler Wolfsgrube. So spät ging noch nie ein offizielles Volleyballspiel an diesem Ort zu Ende.

Dynamics Multimedia: Fotos von Sebastian Schmidt (1) und René Siegling (2)

Bereits vorher konnte man beim Treffen der beiden Bundesligisten im Teilnehmerfeld erkennen, dass hier offensichtlich kein „lockeres“ Vorbereitungsspiel im Gange war. Toller Einsatz und auch lautstarke Interventionen von Schweriner Trainerseite (Felix bleibt Felix!) machten die Bedeutung des Kräftemessens sichtbar. Andererseits soll auch ein nicht so druckreifer Ausdruck von Seba(stian Leipold) an die Adresse des 2. Schiri Tim Berks geflogen sein…

Jede der beiden Mannschaften wollte sehr gern mit dem kleinen psychologischen Plus eines Erfolgs gegen die andere in die bald startende Saison gehen. Darauf deuteten auch die Zeichen im Vorfeld hin. Bei meinen nachmittäglichen Gesprächen am Rande des Geschehens konnte ich schon heraushören, dass wohl ein besonderer Fokus auf das Spiel gegen die Norddeutschen gerichtet war. Und die Schwerinerinnen schonten in ihrem ersten Spiel gegen Prag die komplette Erstbesetzung, damit die dann gegen Suhl ohne Kräfteverschleiß „ins Gefecht geworfen“ werden konnte…
Nun – das Aufeinandertreffen hielt was es versprach. Rassige Szenen ließen eine Menge Vorfreude auf die demnächst beginnende Saison aufkommen. Unser Team scheint das Potenzial zu haben eine sehr deutlich bessere Figur machen zu können als in der letzten Spielzeit.

Wenn Konstanz einzieht! Denn das erste Spiel gegen den späteren Turniersieger Köniz aus der Schweiz war nicht davon geprägt. Nachdem unsere Mädels diesen Gegner am Vorabend in Hildburghausen und auch im ersten Satz dieses Spiels ziemlich deutlich beherrscht hatten, trat plötzlich ein kontinuierlicher Leistungsabfall im weiteren Verlauf ein. Der letzte Satz bei der 1:3 Niederlage war sogar erschreckend schwach. Aber vielleicht lag es auch nur an der ungewöhnlichen Startzeit (13 Uhr), zu der die Ladies sich sonst eventuell zu einem Mittagsschläfchen auf die Couch begeben…

Oder am äußerst mageren Zuschauerzuspruch zu diesem Zeitpunkt? Nun gut, das Wetter war äußerst schön – aber was soll den Suhlern denn sonst noch geboten werden, um sie zu einem hochkarätigen Sportereignis zu locken?
Zum Abend hin sah das zum Glück deutlich besser aus. Trotzdem wurden bestimmt nicht alle Erwartungen erfüllt. Nun, es war das erste Turnier dieser Art und die Organisatoren werden ihre Schlüsse ziehen, wie man dieses oder jenes eventuell besser gestalten kann. Wir hoffen doch, dass der Cup – wie beabsichtigt – zu einem kontinuierlichen Höhepunkt in der Saisonvorbereitung werden kann.

Ihr drittes Spiel im Turnier bestritten die VolleyStars ebenfalls zur Mittagsstunde am Sonntag gegen Olymp Prag. Da waren die Messen in puncto Turniersieg aber schon längst gelesen, denn Köniz hatte die noch etwas müden und nicht in Bestbesetzung antretenden Schwerinerinnen ab 10 Uhr in drei knappen Sätzen (je 25:23) besiegt. Dadurch eröffnete sich für die VolleyStars jedoch die Chance, mit einem Sieg noch auf den zweiten Platz des Cups vorzustoßen.
Allerdings erwiesen wir uns dann als guter Gastgeber, der auch den Pragerinnen ein Erfolgserlebnis gönnte. Über die komplette Spielzeit nicht in Bestbesetzung spielend wurde das letzte Turnierspiel mit 2-3 verloren. Aber die Mädels, die vorher mehr in der Wechselzone standen, bekamen komplette Einsatzzeiten über ein ganzes Spiel, was für die Zukunft sicher auch sehr wichtig war.
So ergab sich am Ende des „1. Internationalen Freies Wort Cup“ folgende Tabelle:

Rk Team Sp S N Punkte Sätze (Ergebnisse)
1 Köniz 3 3 0 9 9:2 (3-1, 3-1, 3-0)
2 Schwerin 3 1 2 4 5:7 (3-1, 2-3, 0-3)
3 VolleyStars 3 1 2 3 6:8 (1-3, 3-2, 2-3)
4 Praha 3 1 2 2 5:8 (1-3, 1-3, 3-2)

Da die Teams aus Köniz und Schwerin wegen weiterer Verpflichtungen schnell abreisen wollten, wurde die Siegerehrung für die Schweizer in eine Satzpause des letzten Spiels vorgezogen. Ihren 500-Euro-Siegerscheck spendeten die Eidgenossen schnurstracks für den Nachwuchs des VfB Suhl. Welch eine schöne Geste!

Was meiner Meinung nach wirklich noch bemerkenswert war:
Guillermo Gallardo ist wirklich jemand, der Volleyball mit allen Fasern seines Körpers und zu jeder Zeit lebt. Vor der Siegerehrung saß ich zufällig neben ihm auf der Bank in dder Halle. Dabei fragte ich ihn auch nach Nadja und dem Neugeborenen. Er antwortete sehr nett – trotzdem waren seine Augen immer beim gerade laufenden Spiel Suhl vs. Prag. Und bei jedem Fehler der Spielerinnen zuckte er leicht zusammen, schüttelte den Kopf un gab einen kleinen Kommentar ab. Dabei aß seine eigene Mannschaft zu diesem Zeitpunkt gerade Klöße in der Gaststätte… Also – seinen Ruf als „Volleyballverrückter“ hat er bei mir eindrucksvoll bestätigt…

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