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Re: Fanclubversammlung Mai/Juni 2012
(15.06.2012 10:02), von Suhler91
 

Gewonnen – aber nichts Zählbares…

Autor: Joschik, Montag, 19. November 2012

Gäbe es im Volleyball beim Stand von 2:2 eine Entscheidung nach kleinen Punkten, dann hätte der VfB dieses Spiel in Münster deutlich gewonnen. 98-86 führte das Team vor dem Tiebreak. Und auch nach diesem hatten die Suhler Mädels noch ein Punkteplus auf ihrem Konto (104-101). Doch der zählbare Erfolg blieb aus. Volleyball eben…

Dynamics Multimedia: Bilder im Artikel von Olaf Bußler. Naja, eins nicht ganz original


Aber der Reihe nach:
Als die Minitruppe von VfB-Fans im Volleydrom von Münster ankam, waren die gelben Kästchen des Tippspiels auf der Gastgeberseite bereits gut gefüllt. Gähnende Leere herrschte in den Behältern, die für einen Sieg des Gästeteams vorgesehen waren. Nachdem wir das mit der Abgabe unserer Tipps für einen VfB-Sieg geändert hatten, schauten wir uns etwas in der Halle um und stellten einen bemerkenswerten Zuschauerandrang fest. Letzlich wollten (mit uns!) 1740 Zuschauer das Spiel sehen. Eine Honorierung der guten USC-Leistungen in dieser Saison oder Respekt und Vorahnung auf ein spannendes Spiel gegen den bisher satz- und punktlosen VfB Suhl? Wir werden es nicht erfahren – eine Mischung aus beidem wird es wohl gewesen sein.

Dann kam auch noch Freude auf, als wir unseren guten alten Freund Daniel Schuhmann und eine „Spionin“ aus Hamburg (Mareike) begrüßen konnten. Froh gelaunt nahmen wir zusammen mit diesen beiden auf der Tribüne Platz und harrten der Dinge, die da kommen sollten.
Unsere gute Laune setzte sich fort, als wir die Mädels auf dem Feld im ersten Satz agieren sahen. Schnell setzten sie den USC gehörig unter Druck, der zugegebenermaßen (in der Annahme geschwächt durch den Ausfall von Linda Döhrendahl) eine Menge Eigenfehler produzierte. 16:21 aus USC-Sicht stand es, dann begannen die Nerven auf unserer Seite zu flattern. Auch eine 24:22- Führung (nun aus unserer Sicht) reichte nicht aus um den Satz „einzufahren“. 26:28. 0-1.
Verzweifelung stand uns ins Gesicht geschrieben. Und auch die Befürchtung, nach diesem erneuten Nackenschlag sehr schnell wieder nach Hause fahren zu müssen.
Anders die jungen Damen auf dem Feld. Sie ließen sich nicht beeindrucken und setzten ihr aufopferungsvolles und beherztes Spiel fort. Beim 21:20 im zweiten Satz konnten wir erneut von einem Satzgewinn träumen. Doch auch die Endphase dieses Satzes verlief nicht erfolgreich. 22:25. 0-2. Zehnminütige Pause.
Zwei Sätze auf absoluter Augenhöhe mit dem hochfavorisierten USC Münster gespielt und wieder zwei Mal ohne Satzerfolg geblieben. Folgte nun der Zusammenbruch?

Im Gegenteil! Mit dem Mut der Verzweiflung stemmte sich das junge Team gegen die drohende 0-3-Niederlage. Und das wurde belohnt. Plötzlich lief das eigene Spiel noch reibungsloser. Dazu kamen die kleinen Glücksmomente für den Tüchtigen. Klarer 25:19-Erfolg im dritten Satz. Wir feierten den ersten Satzgewinn des VfB in dieser Saison! Wie befreit spielten die Mädels dann im vierten Satz auf und demontierten einen sichtlich geschockten USC. 25:14. 2-2. Alles auf „null“. Tiebreak!
Die Zuschauer am Berg Fidel rieben sich verwundert die Augen. Aber sie resignierten nicht. Von Beginn des Tiebreaks an saß keiner mehr auf seinem Platz. Die ganze Halle stand und unterstützte die USC-Damen mit frenetischem Jubel. Ob sich das auch auf das Schiedsrichtergespann ausgewirkt hat? Während in den ersten 4 Sätzen die (vielen) strittigen Entscheidungen der Schiedsrichter noch gleichmäßig verteilt waren, wurden nun drei „Fälle“ dieser Art nacheinander auf dem USC-Punktekonto gutgeschrieben. War das der „Knackpunkt“ in diesem Spiel? Ich meine (subjektiv, instinktiv) JA, obwohl das in den Gesprächen nach dem Spiel von den Beteiligten eher nicht so gesehen wurde.
Jedenfalls wurde dann im Tiebreak aus Angst vor Fehlern das Aufschlagrisiko vom VfB deutlich zurückgefahren. Die Annahme beim USC hatte keine größeren Probleme mehr und das bedeutete, dass uns die großgewachsenen TOP-Angreiferinnen die Bälle reihenweise ins Feld knallten. Mit jedem Punkt mehr für Münster wurde unsere Annahme unruhiger. Aus die Maus – im Tiebreak chancenlos. 6:15. 2-3.

Fazit: Erneut muss das Team eine Niederlage verkraften. Aber „step by step“ geht es aufwärts. Geduld ist weiterhin gefragt. Dennoch kann man für das Spiel gegen die hochgewetteten Hamburgerinnen am nächsten Samstag Hoffnungen auf mehr haben. Auch, wenn diese jetzt eine Siegesserie gestartet haben, sind sie meiner Meinung nach doch noch nicht so stabil, dass sie in der Wolfsgrube nicht „mächtig ins Wackeln“ kommen könnten.
Es dürfte sich also lohnen, wieder in der Halle vorbeizukommen – auch wenn man vom VfB-Team wohl nicht erwarten kann, dass jedes Spiel auf diesem hohen Level, wie es in Münster abgerufen werden konnte, laufen kann. Trotzdem – möglicherweise ist das Glück einmal auf unserer Seite. Unsere Unterstützung ist dabei aber stark gefragt – so wie man es bei den Zuschauern in Münster beispielhaft demonstriert bekam…
Und nun wie (fast) immer die Bemerkungen am Rande:

* Etwas distanziert, mehr „geschäftsmäßig“, aber nicht unfreundlich wurden wir in Münster empfangen. Da freue ich mich schon auf Aachen…
* Schöne Musik von einer Live-Band gab es als Zugabe…
* Nicht nur aus unserem kleinen 6-er Block konnte man Anfeuerung für den VfB hören. Auch Steffis Freund und Familie waren von anderer Stelle in der Halle mehrmals deutlich wahrzunehmen…
* Daniel hat wie ein „echter“ VfB-Fan mit uns angefeuert und gebangt und gezittert
* Mareike hat dem VfB fleissig die Daumen gedrückt. Naja, im Tiebreak hielt sie sich etwas zurück. Irgendwie verständlich, oder?
* Mit „Lau“ Dijkema hatte ich ein sehr nettes Gespräch nach dem Spiel. Sie lässt alle Suhler herzlich grüßen! Im Augenblick hat sie „etwas Bammel“, weil noch nicht klar ist, ob der USC in dieser Woche zum EC-Spiel nach Israel reisen MUSS. Das kann man voll nachvollziehen…
* Auch „Domi“ Steffen war in der Halle und wir konnten nach dem Spiel ein paar Worte mit ihr sprechen…
* Axel Bühring war nicht vor Ort. Plötzlich krank geworden…
* Einen der Linienrichter hätte man sich wirklich sparen können. Seine Entscheidungen waren sehr sehr oft daneben und mussten auch teilweise von der Schiedsrichterin korrigiert werden. Nur im Tiebreak geschah das eben nicht…
* Steffi Golla wurde nach dem Spiel als Suhler MVP geehrt, was das Publikum mit tosendem, langanhaltendem Applaus quittierte. War was fürs Herz!

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