Statistik
User: 2210790
Views: 19148219
Gestern: 3154
Heute: 525
Seite durchsuchen
letzter Foren-Eintrag
Re: Fanclubversammlung Mai/Juni 2012
(15.06.2012 10:02), von Suhler91
 

Ein gebrauchter Tag

Autor: Redaktion, Montag, 7. März 2011

Der VfB Suhl musste sich im gestrigen Pokalfinale den Damen von Smart Allianz Stuttgart deutlich mit 0:3 geschlagen geben, und hatte dabei sogar selber kräftig mitgeholfen, die nötigen Punkte für die frischgebackenen Pokalsiegerinnen aus der schwäbischen Metropole zu erzielen. Allein schon die 16 Aufschlagfehler waren ein Indiz dafür, dass die junge Mannschaft von Coach Felix Koslowski vielleicht doch etwas mehr als erwartet mit ihren Nerven zu kämpfen hatte, während man auf der anderen Seite des Netzes offensichtlich genau die richtige Balance zwischen Aggressivität und Abgeklärtheit gefunden hatte. So ging der Titel am Ende auch völlig verdient an das Team um Kapitän Sabrina Ross, während auf Suhler Seite wie schon im letzten Jahr die Tränen kullerten.

Der Tag begann wie die vorangegangenen Pokalfinaltage mit einer kurzen Nacht, denn sowohl die Fans, als auch die Spielerinnen mussten früh raus. Auf die Damen wartete der Frühsport (Trainingsbeginn 07:45 Uhr), auf die meisten ihrer zahlreichen in Rot gekleideten Anhänger wartete 6:30 Uhr die Abfahrt ihrer Busse. Hier ging – abgesehen von ein paar kleineren Problemen wie vergessenen Eintrittskarten etc. – noch alles glatt, doch als die letzte Nachhut vom Fanclub gegen halb 8 mit dem PKW in Suhl aufbrach, gab es im Verkehrsfunk bereits eine beunruhigende Meldung über eine Vollsperrung nach einem schweren Unfall auf der A71. Unterwegs gab es dann zumindest eine teilweise Entwarnung. Für den Fahrer des Unfallfahrzeugs nahm die Tragödie leider ein fatales Ende, aber die Insassen des Fanbusses waren glücklicherweise mit dem Schrecken davongekommen. Sie konnten später zwar mit einem Ersatzbus die Reise fortsetzen, der Sport war in diesen Momenten jedoch weit in den Hintergrund gerückt.

Die meisten Fans, die gegen Mittag dann vor den Toren des Gerry-Weber-Stadions warteten, hatten von dem tragischen Ereignis auf der Autobahn nur am Rande etwas mitbekommen, und begannen sich in der Frühlingssonne auf das bevorstehende Pokalfinale einzustimmen. Am Ende sollten es laut Veranstalter 9.600 Zuschauer gewesen sein, die die Endspiele der Damen und Herren verfolgten. Die rund 1.300 Anhänger aus Suhl gaben unterstützt von vielen Fans aus Aachen und Emlichheim (Großes Dankeschön an dieser Stelle!) auch wieder von Beginn an den Takt vor.

Leider konnten die VfB-Damen damit nicht ganz mithalten, und so war das erste Finale des Tages zum Leidwesen der Roten Wand relativ schnell vorüber. Dabei hätte es im zweiten Satz beinahe noch die Wende geben können, denn rein statistisch war der VfB nur in einer Kategorie schlechter als Stuttgart. Eben bei besagter Fehlerquote. [1] Hätte ein eventueller Satzausgleich hier einen Hebel umlegen können? Schwer zu sagen, aber in der Form in der sich die Suhlerinnen gestern präsentierten, hielten nach dem 0:2 wohl nur noch die treuesten VfB-Fans ein Comeback für möglich. Zumindest konnte man im anschließenden Herren-Finale (wenn auch auf viel höherem Niveau) sehen, wie man nach zwei verlorenen Sätzen noch einen Tiebreak erzwingen kann.

Hier trafen mit Generali Haching (Titelverteidiger) und dem VfB Friedrichshafen (amtierender Meister) nicht nur zwei deutsche Spitzenclubs aufeinander, sondern auch zwei Akteure, die den deutschen Volleyball in dieser Saison hervorragend auf europäischer Bühne vertreten haben. Dementsprechend präsentierten sich beide Clubs im diesjährigen Pokalfinale, und zeigten fünf Sätze lang begeisternden Volleyball, gekrönt durch einen Tiebreak, der an Spannung kaum zu überbieten war. Hier hatte Friedrichshafen lange geführt und trotz einer Aufholjagd von Generali mehrere Matchbälle, doch beim Stande von 19:18 hatten die Hachinger den Spieß wiedereinmal umgedreht und konnten mit einem spektakulären Einerblock den dritten Pokalsieg in Folge perfekt machen. Zu den MVPs wurden übrigens Hachings Paul Carroll und Stuttgarts Maren Binker gewählt.

Fazit: Das Pokalfinale fand wieder einmal in einer würdigen Atmosphäre statt, auch wenn die Stimmung auf unserer Seite einige Dämpfer erhielt. Wir beglückwünschen Stuttgart und Haching zu ihrem Triumph und hoffen, dass alle Mannschaften und ihre Anhänger gestern wieder wohlbehalten nach Hause gekommen sind.
Und an unsere VfB-Ladies gerichtet: Kopf hoch! Versucht den sportlichen Teil von gestern irgendwie abzuhaken. Die neuen Herausforderungen warten schon, und wir werden auch dann wieder zu 100% hinter Euch stehen! Unser nächster gemeinsamer Sieg kommt bestimmt!

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (7 votes, average: 4,86 out of 5)
Loading...

Schlagworte: , , , , ,

2 Kommentare zu „Ein gebrauchter Tag“

  1. Volkmar Grallert sagt:

    Die 16 Aufschlagfehler hatten vielleicht auch etwas mit den besonderen Strömungsverhältnissen in der ca.20 m hohen Gerry Weber Arena zu tun.
    In der Arena wird die Raumtemperatur durch Infrarotstrahlung gesichert, welche über Reflektoren gezielt in den Zuschauer-und Spielbereich geleitet wird.Gleichzeitig muß zur Abführung der Abgase eine durchaus spürbare Frischluftzufuhr gewährleistet werden.Zusammen hat das Auswirkungen auf das Flugverhalten des Balles bei Floataufschlägen. Nach meinen Erfahrungen wechseln die Strömungsverhältnisse und sind deshalb für die Spielerin schwer berechenbar.Einzige Lösung wäre gewesen: Das Risiko (Tempo/Länge, Passierhöhe Netz etwas zu minimieren).
    Grüße aus Hildesheim nach Suhl

  2. Christian sagt:

    Danke Volkmar, die Mädels werden sich nächstes Jahr darauf einstellen :mrgreen:

Kommentieren

:wink: :-| :-x :twisted: :) 8-O :( :roll: :-P :oops: :-o :mrgreen: :lol: :idea: :-D :evil: :cry: 8) :arrow: :-? :?: :!: